Die Tafeln – "Jeder gibt was er kann"

- Bild: Wolfgang Borrs / Bundesverband Deutsche Tafel e.V.
Knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut einer
Studie des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus dem Jahr 2012 jedes Jahr auf dem Müll – alleine in Deutschland. Während an einer Stelle Menschen nicht wissen, wie Sie die nächste Mahlzeit zubereiten sollen, landen an anderer Stelle Lebensmittel in der Mülltonne. Hier greift die Initiative
Die Tafeln ein. Sie sammelt überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel und gibt diese an Bedürftige weiter.
Das Tafel- Prinzip
In Deutschland gibt es Lebensmittel, die zwar qualitativ einwandfrei sind, jedoch nicht mehr verkauft werden können, beispielsweise aus Überproduktionen, zu großen Lagerbeständen oder Sortimentswechseln. Auch Brötchen vom Vortag, falsch abgefüllte und verpackte Lebensmittel oder Nahrungsmittel kurz vor Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums zählen dazu. Diese Waren sammeln die 50 000 ehrenamtlichen Helfer der Tafel im Handel und bei Herstellern ein und liefern sie an die mehr als 900 Tafeln in Deutschland. Diese verteilen die Lebensmittel kostenlos oder für einen kleinen Beitrag an Bedürftige vor Ort.
Wer ist bedürftig?
Die Tafel überprüft, ob jemand bedürftig ist: Wer von der Tafel Lebensmittel bekommen will, muss seine Bedürftigkeit mit der Vorlage offizieller Dokumente nachweisen, beispielsweise mit einem Hartz-IV-Bescheid oder einem Bescheid über Sozialhilfe. Die Tafel hilft denen, die wirklich Hilfe benötigen. Hierzu zählen vor allem Arbeitslose, Alleinerziehende, Geringverdiener, kinderreiche Familien und Rentner. Rund 1,5 Millionen Menschen besuchen jede Woche die Einrichtungen der Tafeln und nutzen das Angebot.
Übrigens: Ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche!.
Wie finanzieren sich die Tafeln?
Zusätzlich zu den Lebensmittelspenden und der ehrenamtlichen Mithilfe sind die Tafeln auf Geldspenden angewiesen, insbesondere für den Kauf und Unterhalt spezieller Kühlfahrzeug, mit denen verderbliche Waren wie Milchprodukte, Wurst, Käse und Gemüse transportiert werden. Hinzu kommen die Kosten für Miete, Lagerhaltung, Kühl- und Büroräume.
Wer hilft?
Deutschlandweit gibt es rund 50 000 ehrenamtliche Tafel-Helfer. Aber nicht nur Privatpersonen packen mit an. Laut dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. unterstützen bundesweit tausende Unternehmen und Sponsoren die Tafeln. Örtliche Bäckereien, Fleischereien und Supermärkte spenden Lebensmittel, Kfz-Betriebe reparieren Fahrzeuge und Grafiker erstellen Informationsmaterial.
Wie kann ich helfen?
Die Tafeln freuen sich nicht nur über Lebensmittel oder Geldspenden. Frei nach ihrem Motto "Jeder gibt, was er kann" kannst du dich auch als ehrenamtlicher Helfer beteiligen und bei den Tafeln vor Ort Lebensmittel einsammeln, verteilen oder in der Tafel-Verwaltung mitarbeiten.
Interessiert? Mehr Infos über die Initiative oder einen Ansprechpartner in deiner Nähe findest du auf der Internetseite des
Bundesverband Deutsche Tafel e.V.
Jupo-Tipp: Ehrenamtliches Engagement
Neben der Tafel gibt es in Bayern noch weitere Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. JUPO zeigt dir, wie und wo.



