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Radball: Tore schießen mit dem Drahtesel

Bild: © wikipedia.org / Peter Huys
Bild: © wikipedia.org / Peter Huys

Radunfall: Kleiner Hund mit großer Wirkung

Ein kleiner Hund lief dem amerikanischen Kunstradfahrer Nicholas Kaufmann vor sein Rad. Er schob diesen so sanft wie möglich mit dem Vorderrad beiseite, um selbst nicht vom Rad zu fallen und den Hund nicht zu verletzen. Später ersetzte Kaufmann den Hund durch einen Ball und eine neue Sportart war geboren. Wie Radball funktioniert, zeigte Kaufmann erstmals am 14. September 1883 zusammen mit dem Kunstradfahrer John Featherly.

Radball wurde schnell auch über die Grenzen der USA hinweg bekannt und erreichte 1901 Deutschland. Anfangs noch in Gasthofsälen, wird die temporeiche Sportart heute in Hallen mit harten glatten Parkett- oder Kunststoffböden gespielt. Im Sommer treffen sich die Spieler auf Rasenplätzen, um Abwechslung in das Spiel zu bringen.

Radball: So wird’s gespielt

Die häufigste Spielart ist der 2er-Radball, bei der zwei Mannschaften mit je zwei Spielern gegeneinander antreten. Daneben gibt es den 5er-Radball und den 6er-Rasen-Radball. Gespielt wird auf einem 14 Meter langen und 11 Meter breiten Feld umgeben von einer 30 Zentimeter hohen Schrägbande in einer Halle oder im Freien. Die Tore haben eine Größe von zwei mal zwei Metern. Jedes Team-Mitglied kann sowohl Feldspieler als auch Torwart sein. Die Spielzeit beträgt bei Schüler-Mannschaften zwei mal fünf Minuten, bei Junioren-Mannschaften zwei mal sechs Minuten und bei Erwachsenen zwei mal sieben Minuten, unterbrochen von einer maximal zweiminütigen Halbzeitpause. Und natürlich gibt es auch beim Radball feste Spielregeln: Du darfst zum Beispiel nicht den Boden berühren und nur dann den Ball spielen, wenn beide Hände am Lenker und beide Füße auf den Pedalen sind. Außerdem gibt es wie beim Fußball einen Mittelkreis, einen Strafraum und Ecken. Bei einem Freischlag, vergleichbar mit dem Freistoß beim Fußball, kann der Ball rasante 70 Kilometer pro Stunde schnell werden. Er wiegt zwischen 500 und 600 Gramm. 

Für den Sport: Das Rad neu erfunden

Radball-Räder sehen ein bisschen aus wie die unbequeme Version eines Fahrrades und kosten bis zu zehnmal so viel. Die Reifen sind groß, der Sattel weit hinten über dem Hinterrad angebracht und der Lenker bildet ein senkrecht nach oben stehendes U. Trittst du in die Pedale, wird die Bewegung direkt auf das Hinterrad übersetzt. So kannst du ohne Umfallen rückwärtsfahren oder im Tor stehen. Bremsen hat das Sportgerät keine. Für einen Anfänger ist das sehr ungewohnt. Um mit dem Vorderrad schießen zu können, verlagerst du dein Gewicht nach hinten. Beim Beschleunigen ziehst du dich nach vorne zum Lenker. Der Sattel ist nur zum Ausruhen da. Das ist ziemlich anstrengend und es braucht eine Menge Übung, bis du auf Torjagd gehen kannst – aber der Spaßfaktor macht die Mühe wett.

Radball: Nichts für Zimperliche

Beim Radball geht es ganz schön zur Sache, denn Stürze und blaue Flecken sind vorprogrammiert. Ob Radball trotzdem für dich die richtige Sportart ist?! Finde es heraus – am besten bei einem Radball-Verein in deiner Nähe. Eine Übersicht der Radsport-Vereine in Bayern findest du auf der  Webseite des Bayerischen Radsportverbandes

 

Text: Anja Teepen/Manuel Jupe


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