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Ballett: Zwischen Strumpfhosen, Spitzenschuhen und Schweißperlen

Bild: © pixelio.de / Viola dB
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Ballett ist nur was für Mädchen? Von wegen. Früher durften ausschließlich Männer diese Sportart ausüben.

Ballett entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert. Vorläufer waren die Schauspiele und Gesellschaftstänze an französischen und italienischen Fürstenhöfen. Damals war das Ballett noch keine eigene Kunstform, sondern kam nur in Kombination mit Opern oder Schauspielstücken vor.

Das 19. Jahrhundert: Blütezeit des Balletts

Im 18. und 19. Jahrhundert spaltete sich das Ballett von Oper und Schauspiel ab und erlebte eine wahre Revolution. So wurde beispielsweise der Spitzentanz erfunden: Spezielle Schuhe ermöglichen den Tänzern auf den Zehenspitzen zu stehen und sich zu bewegen. So wirken ihre Bewegungen fast schwerelos.

Auch die Kostüme veränderten sich in dieser Zeit. Um die tanzenden Füße und Beine besser sehen zu können, wurden die Röcke der Frauen kürzer bis sie schließlich im Tutu (sprich: Tütü) tanzten. Ein Tutu ist einfach ausgedrückt ein steif abstehender kurzer Rock aus mehreren Lagen Tüll.

In Russland kamen Meisterwerke klassischer Ballettkunst auf die Bühne, wie Schwanensee, Dornröschen oder Der Nussknacker. Sie zählen zu den bekanntesten Ballettstücken. Noch heute ist es für viele Tänzer auf der ganzen Welt ein Höhepunkt ihrer Karriere, in einem dieser Ballettstücke zu tanzen.

Ballett – Die Kunst der anstrengenden Schwerelosigkeit

Was als reiner Männersport begann, ist heute vor allem von Frauen geprägt. Die Tänzerin spielt meist die Hauptrolle in einem Ballettstück. Der Mann hält sich eher im Hintergrund und leitet seine Partnerin über die Bühne, während sie das Publikum mit ihren Pirouetten und dem Spitzentanz in den Bann zieht. Doch auch für den männlichen Tänzer bedeutet der scheinbar schwerelose Tanz Schwerstarbeit: Sprünge, Hebefiguren oder gesprungene Drehungen.

Wenn Mann und Frau gemeinsam tanzen, spricht der Experte von einem „Pas de deux“. Das ist einfach ausgedrückt ein getanztes Duett und meist der Höhepunkt eines Ballettstücks.

Ballett ist kein nettes Hobby, sondern ein harter Leistungssport. Wer Profitänzer werden will, muss bereits früh mit dem Training beginnen und viel Zeit im Tanzstudio verbringen. Kraft, Beweglichkeit und vor allem Disziplin spielen beim klassischen Ballett eine wichtige Rolle. Nur wer diese Eigenschaften besitzt, kann später sein Hobby zum Beruf machen.

Ballett-Training: Ran an die Stange

Das Ballett-Training findet entweder an der waagrechten Stange an der Wand, angebraucht etwas auf Höhe der Taille - oder in der Raummitte vor einem großen Spiegel statt. Da die Tänzer an der Stange das Gleichgewicht besser halten können, dient das Training dort als Vorbereitung auf die anspruchsvollen Übungen in der Mitte. Es gibt bestimmte Grundschritte, die der Trainer je nach Können des Schülers schwerer oder leichter gestaltet. Die Füße und Arme stehen dabei in fünf festgelegten Positionen. Ein Tänzer steht stets in einer dieser Positionen, egal ob er auf der Bühne springt, sich dreht oder läuft.

Pirouetten bis zum Umfallen - oder eben nicht

Eins, zwei, drei, vier: mit jeder Umdrehung scheint die Tänzerin noch schneller zu werden. Ein wirbelnder Fleck aus langen Beinen in Spitzenschuhen und Tutu. Kurz vor dem Moment, in dem einem als Zuschauer schwindelig wird, stoppt sie. Wieder beide Beine fest am Boden lächelt sie ohne Wanken das Publikum an. Das Drehen um die eigene Achse auf nur einem Bein wird im Ballett als Pirouette bezeichnet. Wie fast alle Ballettbegriffe, stammt das Wort aus dem französischen und bedeutet übersetzt etwa so viel wie „sich im Kreis drehen“. Die Übung gehört zu den Königsdisziplinen des Balletts. Profitänzer schaffen sogar über 30 Umdrehungen am Stück. Dass ihnen dabei nicht schlecht wird, verdanken sie neben jahrelangem Training einem einfachen Trick: Die Tänzer fixieren beim Drehen einen bestimmten Punkt im Raum. Sie drehen zuerst den Körper und wirbeln danach den Kopf so schnell es geht herum zum ursprünglichen Punkt zurück und fixieren wieder mit ruhigem Kopf ihren Punkt, während der Körper zur nächsten Umdrehung ansetzt.

Probiere es einfach mal selbst zuhause aus. JUPO wünscht dir einen festen Blick und einen klaren Kopf!


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