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Au Backe! Störenfried Weisheitszahn

Bild: © panthermedia.net / Robert Kneschke
Bild: panthermedia.net / Robert Kneschke

Lena ist 16 Jahre alt und hat seit einiger Zeit Schmerzen beim Kauen. Schließlich geht sie zusammen mit ihrer Mutter zum Zahnarzt. Die Diagnose ist schnell gestellt: Lenas rechter Weisheitszahn hat nicht genügend Platz und drückt beim Wachsen auf die bereits vorhandenen Backenzähne im Kiefer. Lena ist mit diesen Zahnschmerzen nicht allein. Einige Menschen haben Probleme mit den Weisheitszähnen, die im Kiefer hinter den Backenzähnen sitzen. Doch warum?

Der Mensch besitzt in der Regel 32 Zähne, 16 im Ober- und 16 im Unterkiefer. Die vorderen Zähne heißen Schneide- und Eckzähne. Mit ihnen hältst du dein Essen fest, trennst kleinere Nahrungsstücke ab oder zeigst sie beim Lachen. Danach folgen die kleinen und großen Backenzähne, mit denen du deine Nahrung zerkleinerst und zerkaust. Hinter den Backenzähnen liegen im Kiefer die Weisheitszähne, im Normalfall links und rechts sowohl oben als auch unten einer. Manche Menschen haben auch nur zwei, drei oder gar keine, andere wiederum besitzen sogar acht anstatt vier Weisheitszähne.

 

Der Weisheitszahn – ein Relikt aus der Menschheitsgeschichte

 

Während der menschlichen Evolution hat sich nicht nur die Körperbehaarung oder Größe verändert, sondern auch der Kiefer. Dieser war mal viel länger, sodass alle Zähne gut Platz im Kiefer hatten. Im Laufe der Jahrtausende wurde der Kiefer kürzer. Die Anzahl der Zähne blieb jedoch gleich. Und hier liegt der Grund für das Weisheitszahn-Problem. Sie haben schlicht und ergreifend keinen Platz in dem kleiner gewordenen Kiefer. Beginnen die Weisheitszähne im Kiefer zu wachsen, drücken sie gegen bestehende Backenzähne, wachsen schief oder scheuern die Innenseite der Wange auf. In manchen Fällen ist der Kiefer so klein, dass die Zähne nicht durchbrechen können. Laut der Bundeszahnärztekammer sind bis zu 80 Prozent der jungen europäischen Erwachsenen von diesem Phänomen betroffen.

 

Die Weisheit steckt in den Backenzähnen, oder?

 

Weisheit steckt in den Zähnen leider nicht, sondern ihren Namen verdanken die Weisheitszähne ihrem späten Durchbruch. Denn sie brechen erst im späteren jugendlichen oder im jungen Erwachsenenalter durch, teilweise auch erst nach dem 25. Lebensjahr. Doch zurück zum Namensursprung. Damals starben die Menschen viel früher als heute. Die für damalige Verhältnisse älteren Leute galten in der Bevölkerung als weise. Und da nur sie lang genug lebten, um den Durchbruch ihrer hintersten Zähne zu erleben, gaben die Menschen diesen Zähnen den weisen Namen.

 

Weisheitszahn ade – wenn der Kiefer schmerzt

 

Schmerzen beim Kauen und Sprechen, Rötungen im Mund oder Entzündungen im Kiefer – wenn die Weisheitszähne Probleme verursachen, ist ein Gang zum Zahnarzt unumgänglich. Werden störende Weisheitszähne nicht entfernt, können schmerzhafte Wurzelentzündungen, Infektionen oder Zysten die Folge sein. Auch Lenas Weisheitszahn kann sich entzünden, wenn der Zahnarzt ihn nicht entfernt.

Übrigens: Der Zahnarzt zieht den Zahn nicht wirklich aus dem Kiefer heraus. Er lockert ihn vielmehr und hebelt ihn anschließend aus dem Kiefer heraus. Das bezeichnet der Fachmann als Extraktion. In den meisten Fällen geschieht das als ambulante Behandlung in der Zahnarztpraxis ohne Vollnarkose und Operation. Bei schwierigen Bedingungen schickt der Zahnarzt seinen Patienten zum Kieferchirurg, beispielsweise wenn der Zahn noch nicht durch das Zahnfleisch gebrochen ist oder eine Blutgerinnungsstörung vorliegt.

Bevor der Arzt deinen störenden Weisheitszahn zieht, bespricht er mit dir, deiner Mutter und / oder deinem Vater die Behandlung und klärt euch über Risiken und Vorgehensweise auf.

 

Weitere Informationen, was Weisheitszähne sind und wann und wie sie operativ entfernt werden müssen, liest du in der Broschüre „ “Operative Entfernung von Weisheitszähnen“ der Bundeszahnärztekammer. 


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